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Kupferhaltige Enzyme in Nervenzellen

Ein vertiefender Durchgang durch zwei kupferabhängige Enzyme, den täglichen Referenzwert und den vollständigen Wortlaut der EU-Angabe zum Nervensystem.


Wie Nervenzellen kommunizieren

Eine einzelne Nervenzelle besteht aus einem Zellkörper, mehreren kurzen Fortsätzen und einem längeren Ausläufer, der elektrische Signale über teils erhebliche Strecken weiterleitet. Am Ende dieses Ausläufers trifft die Zelle auf die nächste, getrennt durch einen winzigen Spalt: die Synapse.

Erreicht ein elektrisches Signal diesen Spalt, wird es in ein chemisches Signal übersetzt: Die Zelle schüttet einen Botenstoff aus, der an der Nachbarzelle andockt und dort ein neues elektrisches Signal auslöst. Dieser Wechsel zwischen elektrischer und chemischer Übertragung wiederholt sich an jeder einzelnen Synapse im Nervensystem.

Sowohl die Bildung der Botenstoffe als auch die Energieversorgung der beteiligten Zellen hängen von einer Reihe spezialisierter Enzyme ab. Ein Teil dieser Enzyme benötigt Kupfer als festen Bestandteil seiner Struktur — ein Zusammenhang, den die EFSA geprüft und die EU-Kommission mit einer eigenständigen Angabe versehen hat.


Kupfer, Dopamin und die Bildung von Noradrenalin

„Kupfer trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Ein Enzym mit einer präzisen Aufgabe

In bestimmten Nervenzellen wird der Botenstoff Dopamin durch ein Enzym namens Dopamin-β-Hydroxylase in einen zweiten Botenstoff, Noradrenalin, umgewandelt. Beide gehören zur Gruppe der Catecholamine und werden in kleinen Speicherbläschen innerhalb der Zelle bereitgehalten.

Das Enzym trägt zwei Kupfer-Ionen in seinem katalytischen Zentrum. Während der Reaktion wechseln diese Ionen zwischen zwei Oxidationsstufen und übertragen dabei ein Sauerstoffatom auf das Dopamin-Molekül — der chemische Schritt, der aus Dopamin Noradrenalin macht. Ohne ausreichend Kupfer verlangsamt sich diese Umwandlung messbar.

Wo dieser Schritt im Körper stattfindet

Die Umwandlung findet in spezialisierten Speicherbläschen statt, die sich in bestimmten Nervenzellen des zentralen und des peripheren Nervensystems befinden. Diese Zellen sind auf eine kontinuierliche Neubildung von Noradrenalin angewiesen, da der Botenstoff nach seiner Freisetzung teilweise abgebaut und teilweise wieder aufgenommen wird.


Cytochrom-c-Oxidase in Nervenzellen

Das kupferhaltige Zentrum der Cytochrom-c-Oxidase

Nervenzellen zählen zu den Zellen mit dem höchsten Energiebedarf im Körper. Die Wiederherstellung des elektrischen Ruhezustands nach jedem Signal sowie der Transport von Botenstoffen sind auf eine kontinuierliche Versorgung mit ATP angewiesen, dem universellen Energiemolekül der Zelle.

Der größte Teil dieses ATP entsteht in den Mitochondrien, in einer Kette aus mehreren Enzymkomplexen. Der letzte Komplex dieser Kette, die Cytochrom-c-Oxidase, trägt zwei Kupfer-Zentren, die den finalen Schritt katalysieren: die Übertragung von Elektronen auf Sauerstoff, wodurch Wasser entsteht und gleichzeitig die Energie für die ATP-Bildung freigesetzt wird.

Warum gerade Kupfer an dieser Stelle steht

Die beiden Kupfer-Zentren der Cytochrom-c-Oxidase übernehmen unterschiedliche Teilaufgaben: eines nimmt Elektronen vom vorgeschalteten Enzymkomplex entgegen, das andere gibt sie an das Sauerstoffmolekül weiter. Fehlt ausreichend Kupfer, verlangsamt sich dieser letzte Schritt, was sich auf die gesamte Kette der Energiegewinnung auswirken kann.

Beide Enzyme und der Wortlaut der Angabe

Der Wortlaut der EU-Angabe nennt weder die Dopamin-β-Hydroxylase noch die Cytochrom-c-Oxidase namentlich. Beide Enzyme gehören zu den wissenschaftlichen Grundlagen, die von der EFSA geprüft wurden, bevor die EU-Kommission die folgende Angabe zugelassen hat:

„Kupfer trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Kupfer und die Substanz der Nervenfaser

Viele längere Nervenfasern sind von einer mehrschichtigen Hülle umgeben, der Myelinscheide, die aus wiederholt gewickelten Zellmembranen besteht. Diese Hülle wird während des gesamten Lebens fortlaufend auf- und umgebaut. An diesem Umbau sind mehrere Enzyme beteiligt, von denen einige Kupfer als strukturellen Bestandteil enthalten.

Der Verordnungstext selbst beschreibt nur das geprüfte Gesamtergebnis, ohne einzelne Strukturen zu benennen. Die Erwähnung der Myelinscheide dient hier ausschließlich der wissenschaftlichen Einordnung und ergänzt den amtlichen Wortlaut, ohne selbst Teil der zugelassenen Angabe zu sein.

Referenzwert und typische Kupferquellen

Der Referenzwert für die tägliche Kupferzufuhr liegt gemäß EU-Verordnung 1169/2011 bei 1 mg für Erwachsene. Dieser Wert dient in erster Linie der Nahrungsmittelkennzeichnung und ist kein individueller Dosierungsvorschlag. Die folgende Übersicht zeigt, wie unterschiedlich verbreitete Lebensmittel dazu beitragen:

LebensmittelUngefährer Kupferanteil (100 g)
Kakaopulver, stark entfettet3,3–3,9 mg
Sonnenblumenkerne1,6–1,9 mg
Cashewkerne2,0–2,3 mg
Linsen (getrocknet)0,7–0,9 mg
Champignons (roh)0,3–0,4 mg
Vollkornhaferflocken0,3–0,4 mg

Wie viel ein einzelnes Lebensmittel tatsächlich beiträgt, hängt zusätzlich von Anbau, Boden und Verarbeitung ab; die Tabelle liefert daher eine grobe Orientierung, keinen Analysewert eines bestimmten Produkts.


Was Sie noch wissen möchten

Für wen ist dieser Fachtext gedacht?

Der Text richtet sich an Erwachsene, die mehr über die EU-geprüfte Angabe zu Kupfer und dem Nervensystem erfahren möchten. Eine individuelle medizinische Einschätzung wird dadurch an keiner Stelle ersetzt.

Gilt die Angabe für Männer und Frauen gleichermaßen?

Der Wortlaut der Verordnung nennt kein bestimmtes Geschlecht; gemeint ist die erwachsene Bevölkerung insgesamt, also Männer und Frauen.

Nennt der Verordnungstext die Dopamin-β-Hydroxylase oder die Cytochrom-c-Oxidase?

Nein. Der amtliche Wortlaut hält ausschließlich das geprüfte Gesamtergebnis fest, ohne einzelne Enzyme oder Botenstoffe zu benennen. Die beiden auf dieser Seite beschriebenen Enzyme dienen allein der wissenschaftlichen Einordnung und sind selbst kein Bestandteil der Angabe.

Ersetzt dieser Fachtext eine ärztliche Beratung?

Nein. Der Fachtext fasst gesetzlich geprüfte Informationen zusammen und ist kein Ersatz für eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung durch medizinisches Fachpersonal.

Was passiert, wenn der Zugang nicht zu meinen Erwartungen passt?

Das gesetzliche Widerrufsrecht gilt vierzehn Tage ab Vertragsschluss. Eine formlose Nachricht an die im Kontaktformular genannte Adresse genügt, der volle Betrag wird zurücküberwiesen. Einzelheiten dazu stehen in der Widerrufsbelehrung.


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Die Angaben auf dieser Seite sind allgemeiner Natur und ersetzen keine persönliche Beratung durch ärztliches oder pharmazeutisches Fachpersonal. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Anliegen bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke. Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung sowie einen gesunden Lebensstil nicht ersetzen. Die angegebene empfohlene Tagesdosis sollte nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.

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